Die Zeugnisverleihung am vergangenen Freitag musste das für diesen Jahrgang absolut passende Motto der Abiturienten wieder aufgreifen, Oberstufenleiterin Anke Grade hatte sogar einen Walk of Fame mit einem eigenen Stern für jede Absolventin und jeden Absolventen gebastelt.
Schulleiterin Cornelia Kastning ließ die vergangenen neun Jahre Revue passieren: Die glamouröse Schulzeit, die 2017 unter dem Symbol der Sonnenblume ihre Premiere feierte, geprägt war von Orthographieproblemen statt Oscars und ihren schauspielerischen Höhepunkt im Abikulturabend fand. Im Laufe der Jahre habe jede und jeder seinen Platz gefunden, neue Rollen übernommen und persönliche Entwicklungen durchlaufen. Auch der Abspann sei bis ins kleinste Detail inszeniert worden. „Im falschen Film? Nein, ganz großes Kino“, so ihr Fazit.
Der Film ist aber mit dem Abitur nicht vorbei, vielmehr beginnt eine neue Staffel – jetzt eben nicht mehr nur als Darsteller, sondern als Regisseur. Wohin der weitere Weg führt, ist für manche bereits klar, für andere noch offen. Bürgermeister Axel Wohlgemuth ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, einen Sommer voller Freiheit zu genießen – einen Sommer, in dem noch keine neuen Verpflichtungen auf ihnen lasten. Der Anblick des Jahrgangs erinnere ihn an Rennpferde in ihren Boxen, die voller Energie darauf warten, endlich loszustürmen. Auch die Erste Kreisrätin Andrea Stüdemann und Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf gaben den jungen Erwachsenen Wünsche und Ratschläge mit auf den Weg: Die Heimat im Herzen zu tragen, wenn sie in die Welt hinausgehen und einander zu guten Werken anzuspornen.
Guten Werken hat sich der Jahrgang bereits in vielfältiger Form gewidmet: Zahlreiche Ehrungen würdigten hervorragende Leistungen in den Abiturprüfungen. Drei Absolventinnen und Absolventen erreichten den herausragenden Notendurchschnitt von 1,0: Celine K., Moritz F. und Anna K. Für besonderes soziales Engagement wurden Timon S. und Sophie H. ausgezeichnet. Darüber hinaus musste die SV vier engagierte Mitglieder verabschieden, Anne S. spricht von einer großen Lücke, die Josephine K., Daniele M., Laura A. und Timon S. hinterlassen; letzterer gleich doppelt, da er – wie Ole S. einwirft – die Technik-AG großgezogen habe.
Und plötzlich gehöre ich zu den Leuten,
die Schülern sagen,
sie sollen ihre Schulzeit bloß genießen,
und mir wird klar, wie schön und sorglos
meine Kindheit war […]Julia Engelmann
Die Abiturienten gaben in ihrer Abschlussrede nicht nur einen Rückblick, sondern auch einen emotionalen Einblick in die Höhen und Tiefen der letzten 13 Jahre mit Corona, ChatGPT und dem Gefühl, zusammen gewachsen zu sein. Erinnerungen geschaffen zu haben. Es fühle sich surreal an, als wäre der Film zu plötzlich vorbei, obwohl man doch die ganze Zeit auf das Ende hingefiebert habe.
Der Soundtrack, der das vorläufige Filmende untermalte, konnte sich übrigens hören lassen: Natürlich verabschiedete sich traditionell der Lehrerchor mit selbstgedichteten Liedern. Der Abiturjahrgang brachte jedoch mit dem ABBA-Song „Slipping through my fingers“ und Queens „Bohemian Rhapsody“ gesangliche und choreographische Bestleistung auf die Bühne, abgerundet von ihrem selbstgedichteten „Abiwood Hills“, das sie mit dem gesamten Jahrgang sangen.
Also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen. Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.
Julia Engelmann
Ihr habt am Adolfinum Geschichte geschrieben. Wir sind gespannt auf die Spin-offs, die sich aus dem Pilotfilm ergeben werden.
















DUB