
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, meint der Volksmund bedeutungsschwer. Kunst käme von Können, sagen manche auch. Sie läge im Auge des Betrachters, wird auch häufig behauptet.
Ein Bild sagt wirklich mehr als tausend Worte, wenn es gut gestaltet ist. Das Auge des Betrachters kann geschult werden, es sieht dann nicht mehr als zuvor, aber es blickt anders auf Dinge. Kunst zu können ist mehr als nur Handwerk. Das Handwerk beherrscht auch ein Fotokopierer sehr gut. Wir bilden keine Fotokopierer aus. Wir versuchen, den Blick zu schärfen, die Hände geschickter zu machen, aber vor allem eine Sprache zu lehren, die der Mund nicht beherrscht. In der Sprache der Kunst kann jeder etwas sagen; jeder kann lernen, sie zu verstehen.
Wir sagen es jetzt einmal direkt: Kunst ist mehr als ein gefälliges Bildchen zu malen und sich auf Talent auszuruhen. Wir leben in einer gestalteten Welt. Diese Welt besser zu verstehen, das wollen wir ermöglichen. Dazu malen wir durchaus auch mit Farben, betrachten zudem, welche Wirkungen sie haben können, allein oder im Zusammenspiel. Wir setzen uns mit Fotografien auseinander und bauen fantastische Bauwerke; später auch funktionale. Wir gestalten Bildsequenzen als Comic, Bilderbuch und später als Film. Wir versuchen auch zu zeichnen wie die alten Meister, ob nun Dinge, Landschaften oder Menschen; und wenn wir das können, dann lernen wir, wie man damit tausend Worte in einem Bild verpackt. Wir betrachten Dinge des Alltags und ergründen deren Gestaltung und Zweck; wir prüfen auch, wie uns diese Dinge begegnen, z.B. auf Plakaten oder in Form von Marken.
Und wenn die Leidenschaft geweckt ist, vertiefen wir alles auf Wunsch noch einmal, wenn es auf das Abitur zugeht.
Kurzinfo: Kunst am Adolfinum
Der Kunstunterricht wird ab Jahrgang fünf durchgehend erteilt. Die Jahrgänge 6 und 8 sind laut Stundentafel epochalisiert. Der Unterricht findet bis Jahrgang 10 im Klassenverband statt, in höheren Jahrgängen in klassenübergreifenden Kursen. In der Einführungsphase der Oberstufe kann Kunst entweder als ein- oder zweistündiges Wahlfach, in der Qualifikationsphase als dreistündiges Fach auf grundlegendem oder als fünfstündiges Fach auf erhöhtem Anforderungsniveau angewählt werden; in beiden Kursformaten ist es möglich, Kunst als Prüfungsfach zu wählen.
Kunst im Detail
Fragen an das Unterrichtsfach aus Schülersicht
Kunst in der Sekundarstufe I
In der Sekundarstufe I wird im Kunstunterricht Wert auf die Vermittlung grundlegender Kompetenzen in den Bereichen Produktion und Rezeption von Bildern gelegt. Das geschieht anhand unterschiedlicher inhaltlicher Schwerpunkte: Bild des Menschen, Bild des Raumes, Bild der Zeit und Bild der Dinge.
Inhaltlich geht es dabei um den Erwerb von Kompetenzen in der Produktion und Rezeption von gemalten und gezeichneten Bildern unterschiedlicher Gattungen – Dinge, Landschaft, Mensch – von figurativen Plastiken, Comics, Filmen, Objekten aus dem Bereich Produkt- und Kommunikationsdesign. Die Kompetenzen bauen dabei aufeinander auf.
Grundlage der angestrebten Bildkompetenz ist der Erwerb von prozessbezogenen und inhaltsbezogenen Kompetenzen, sowie das Ausbilden einer kunstgeschichtlichen Orientierung und grundlegender Fertigkeiten.
Kunst in der Sekundarstufe II
In der Sekundarstufe II ändern sich die inhaltlichen Schwerpunkte stetig. Jedem Abiturjahrgang werden aus den vier Inhaltsbereichen – Bild des Menschen, Bild des Raumes, Bild der Zeit, Bild der Dinge – drei zugeordnet, jedem Inhaltsbereich zudem unterschiedliche Kunstwerke, die im Rahmen des Unterrichts besprochen werden müssen. Neben Gemälden und Zeichnungen unterschiedlicher Epochen finden regelmäßig auch Werke aus anderen Bereichen Einzug, z.B. Skulpturen/ Plastiken, Installationen, Fotografien, Filmsequenzen u.v.m.. Rezeption und Produktion sollen sich dabei die Waage halten.
Außerunterrichtliche Aktivitäten
Das Fach Kunst bietet zahlreiche Möglichkeiten für Exkursionen, um den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, Kunstwerke nicht nur als Reproduktionen, sondern im Original im spezifischen Umfeld zu begegnen. Mögliche Exkursionsorte sind z.B. Museen, Ausstellungen, Bauten, öffentliche Plätze etc..
Leistungsbewertung im Fach Kunst
Die Leistungsbewertung im Fach Kunst setzt sich aus schriftlicher Lernkontrolle, sonstiger Mitarbeit und fachpraktischen Leistungen zusammen. Die Gewichtung der einzelnen Teilleistungen variiert von Jahrgang zu Jahrgang, sodass die fachpraktischen Leistungen mindestens 50% der Gesamtnote ausmachen, die schriftlichen Leistungen zwischen 10% und 40%, die sonstige Mitarbeit entsprechend zwischen 10% und 20%.
Schuleigener Arbeitsplan