Schulentwicklung

Qualitätsentwicklung am Gymnasium Adolfinum

Zielführende Fortbildung am vorletzten Ferientag

Der neue Schulleiter Michael Pavel war des Lobes voll: „Solch eine Beteiligung habe ich noch nicht erlebt.“ Gemeint war die gemeinsame Auseinandersetzung von Schülern, Eltern und Lehrkräften mit der Frage, welche konkreten Ziele das Gymnasium Adolfinum in den nächsten Jahren ins Visier nehmen will. Bereits am vorletzten Ferientag hatte man sich in der Schule zusammengefunden, um in Arbeitsgruppen zu klären, wie die Qualitätsentwicklung weitergehen soll. Das letzte Wort über die Schwerpunkte und Entwicklungsschritte wird der Schulvorstand haben.

Als Basis standen Daten aus einer schulinternen Erhebung zur Verfügung, die noch unter der Leitung von Studiendirektor Jürgen Hockemeier durchgeführt worden war, der sich auch als Pensionär die Teilnahme nicht nehmen ließ. Die Steuergruppe des Hauses, angeführt von Biologielehrerin Dagmar Günther, stellte Schwächen in den Vordergrund, um allen Teilnehmern der Fortbildung Gelegenheit zu geben, durch die Erarbeitung von Zielen konstruktiv an ersten Schritten der Verbesserung mitzuwirken. Verena Grossmann, Schulentwicklungsberaterin der Landesschulbehörde, begleitete den Prozess mit Rat und Tat, etwa indem sie über Entwicklungsschritte informierte und darauf insistierte, zunächst tatsächlich „nur“ realistische Ziele zu formulieren, nicht etwa Wege, von Abwegen ganz zu schweigen.

Nach intensiver Arbeit in den einzelnen Gruppen wurden erste Vorschläge im Plenum vorgestellt. Demnach halten einige Teilnehmer es für dringend geboten, einen verbindlichen „Orientierungsrahmen“ für den Umgang der Lehrkräfte mit unangemessenem, aber auch  mit lobenswertem Verhalten zu finden. Andere sehen Handlungsbedarf in den Bereichen „individuelle Beratung und Förderung“, „Müllvermeidung und Müllentsorgung“, „lernfördernde Klassenraumgestaltung“, „Schule ohne Rassismus und mit Courage“, „Kooperation und interne Kommunikation“ und „verantwortungsbewusste Konfliktbewältigung“. Bei den Lehrkräften fand das Thema „Vertretungsstundengestaltung“, was die Teilnehmerzahl anbelangt, die mit Abstand größte Resonanz. Dass die Zieldiskussion in Sachen „Elternarbeit“ nicht eben auf riesiges Interesse stieß, überraschte indessen nicht nur die anwesenden Eltern. Die Qual der Wahl gibt es eben auch bei der Qualitätsentwicklung.

Die leidigen Vertretungsstunden sind sicherlich seit alters und überall im Lande ein heißes Eisen. Mal wird hart und fundiert gearbeitet, mal lässt man nur die Seele baumeln, ohne den Verstand zu fordern, mal werden Belastungsgrenzen der Lehrkräfte getestet, mal werden interessante Diskussionen geführt, auch über den Sinn von Vertretungsstunden und ihre rechtliche Grundlage. Sollte diese Problematik am Adolfinum ins Auge gefasst werden, wird die Schule auf das Ziel hinarbeiten, so Englischlehrerin Christel Ewen bei ihrer Präsentation der Ergebnisse der Zieldiskussion, die Verknüpfung mit dem Fachunterricht zu verbessern, zum Beispiel indem eine brauchbare Materialsammlung aufgebaut wird. Kooperation scheint gefragt, soweit möglich auch zwischen dem Vertretenen und dem Vertretenden.

Bei Kaffee und Kuchen und anderen kulinarischen Köstlichkeiten wurde am Rande der ganztägigen Veranstaltung auch angesprochen, wie Vertretungsstunden womöglich minimiert werden könnten. Schließlich gilt „Wohlbehagen“ bei einschlägigen Umfragen als ein Faktor, der den Krankenstand unter Berufstätigen entscheidend vermindern kann. Studiendirektor Pavel wirkte nicht nur diesbezüglich sehr optimistisch, als er die Akteure mit Anerkennung und Dank entließ, die einen in die Restferien, die anderen in Berufstätigkeit und Hausarbeit.

Volkmar Heuer-Strathmann; Öffentlichkeitsarbeit