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Projekt: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
Adolfinum auf dem Weg zur ehrenvollen Selbstverpflichtung
„Was ist eigentlich mit denen, die gegen den Antrag stimmen?“, fragt Peter Herzog seinen Freund Jörn Lohmann auf dem Schulflur. Der Angesprochene spitzt die Sache noch zu: „Sind die für Rassismus?“ Es geht um den Antrag der Schülervertretung des Gymnasium Adolfinum an die Gesamtkonferenz der Schule, den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ anzustreben. Die beiden Schüler des 11. Jahrgangs zählen zu den Mitgliedern der Konferenz.
Nur Schulen, die sich mit mindestens 70 Prozent der Schüler und Schülerinnen, der Lehrkräfte und der Mitarbeiter für eine entsprechende Initiative entscheiden, dürfen die Parole zum positiven Etikett machen. Weitere Bedingung: mindestens ein Schulprojekt pro Schuljahr, das dem Geiste der Kampagne verpflichtet ist. Verknüpfungen mit Sport, Geschichte, Politik, Kunst, Musik, Theater, Werte und Normen und Religion, aber auch mit anderen Fächern werden gerne gesehen, ganz nach dem Motto: „Grenzen überwinden, Menschen verbinden!“ Die Zahl 1.000 Schulen kann in diesem Schuljahr womöglich noch erreicht werden, die Schülerzahl 1.000.000 scheint auch nicht mehr allzu weit entfernt. „Verfolgte Forscher, verfluchtes Wissen“ – ein solches Thema dürfte leidenschaftliche Chemiker, Physiker, Biologinnen und Informatikerinnen doch auch nicht kalt lassen.
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In Schaumburg ist bislang erst eine einzige Schule in der Reihe zu finden. Das Gymnasium Adolfinum könnte die zweite sein. Mit einer Riesenmehrheit ohne Gegenstimmen hat die Gesamtkonferenz den Weg freigemacht. Schülersprecher Enes Bicak und seine Mitstreiter konnten zufrieden sein. Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst. Bevor es Anfang 2012 zur Urabstimmung kommt, wird – gemeinsam mit anderen Schulen - an einer Aktion zur Reichsprogromnacht vom 9. November 1938 gearbeitet. Aktionstage der Stadt bilden den Rahmen.
Der Schicksalstag steht in der deutschen Geschichte auch noch für andere Erinnerungen und andere politische Farben, sei es das Rot der radikalen Räte 1918 oder das Schwarz-Rot-Gold der Menschenmassen 1989 in der DDR. Was es mit den brutalen Übergriffen auf jüdische Synagogen in ganz Deutschland - auch in Bückeburg – im Jahr 1938 auf sich hatte, soll der Schülerschaft in den nächsten Wochen nahegebracht werden, möglichst unter Mitwirkung älterer Schüler. Welche Verbindungen zum gescheiterten Hitlerputsch vom 9. November 1923 bestehen, wird man nicht ausklammern.
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Was die Selbstverpflichtung anbelangt, sind die Initiatoren auf Bundesebene, die namhafte Unterstützung aus Politik und Gesellschaft erfahren, auch aus dem Kultusministerium in Hannover, eindeutig: „Es geht um jede Form von Diskriminierung, nicht nur um Hautfarbe und Abstammung.“ Den beteiligten Schulen reicht es eben nicht, wie manche Kritiker meinen, dass Verfassung und Schulgesetz schon hinreichend orientieren auf Humanismus und Humanität. Man will nicht wegsehen, wenn gemobbt wird, ausgegrenzt oder misshandelt, ob auf dem Schulhof, im Netz oder jenseits der Schulgrenzen, man will Flagge zeigen – mit Farben aus aller Welt. Eine erste Ideensammlung der Schülervertretung am Adolfinum zeigt: Freie Phantasie kennt eben keine Grenzen, außen denen der Toleranz. Schülerinnen und Schüler eines DS-Kurses zeigen es auf ihre Weise ...
Volkmar Heuer-Strathmann; Öffentlichkeitsarbeit