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Unterwegs in der Nachbarschaft der Schule
Eine erste Recherche der Redaktion „@ufbruch“
Vom Pferd keine Spur, es ist fort. Bleibt nur das Foto, das der Homepagefotograf schon Tage zuvor aufgenommen hat. Schade! Jesse und Franziska sollten recherchieren, was es mit dem Schimmel auf sich hat auf jener Wiese hinter dem Gymnasium Adolfinum, um die einen Großstadtschüler vermutlich beneiden würden. Dumm gelaufen – kein Interview über den Zaun hinweg, keine Verhaltensstudie.
Die acht jungen Redakteure des „@ufbruch“ üben sich am Thema „Nachbarschaft“. Man muss doch wissen, mit wem man es zu tun hat im Umfeld der Schule, im Milieu am Rande der Hofwiesen, unweit entfernt vom Schlosspark. In die Sauna - Richtung Innenstadt - können die Schüler schlecht geschickt werden. Bleibt die Baustelle an der Straßenecke, die ganz nah an die Schule heranreicht. Wer dort einzieht, sollte wissen, dass demnächst kaum weniger als 1000 Schülerinnen und Schüler die Nachbarschaft prägen.
Die Redakteurinnen sind erfolgreich, was das Objekt anbelangt: „LOW-energy-Häuser“ entstehen, insgesamt 21 Wohnungen, der Energieverbrauch soll um 40 % reduziert sein. So steht es in einem Flyer. Die Bauarbeiter, die von Lea und Sarah interviewt wurden, wussten kaum etwas zu sagen über das Bauvorhaben, so die beiden Redakteurinnen. Die eigentlichen Nachbarn lassen noch auf sich warten, das Objekt wird noch beworben.
Leonie und Natalie kümmern sich um die Camper, die unbedingt „Wohnmobilisten“ genannt werden wollen. Der Parkplatz für diese Nomaden der Neuzeit gehört zur Nachbarschaft, die Gäste wechseln ständig. Einige kommen zum wiederholten Male, wegen des Schlosses, wegen der schönen Innenstadt, wegen der Hofreitschule …
Fußgänger, die von Jonne und Henrik befragt werden, äußern einhellig die Meinung, das Adolfinum liege in wunderbarer Umgebung, idyllisch geradezu. Marschierende Soldaten sind an diesem Nachmittag nicht unterwegs in der Nachbarschaft, Jogger auch nicht.
Die Rollläden eines Privathauses in unmittelbarer Nachbarschaft sind heruntergezogen. Keiner da? Okay, dann anderntags. Da soll doch ein Lehrer wohnen. So nah am Arbeitsplatz Schule? Hausmeister Kipper könnte sicherlich viel zu dem Thema sagen, aber er ist längst fortgezogen und woanders Nachbar anderer Nachbarn.
Ob ein paar Lehrkräfte in ein „LOW-energy-Haus“ einziehen? Studienreferendare vom Staatlichen Studienseminar Stadthagen? Wie wirkt der große, wuchtige Betonbau, den einige Schülerinnen und Schüler zärtlich ihren „Bunker“ nennen, andere eher sachlich „Parkhaus“, auf die Psyche der unmittelbaren Nachbarn, die Gedanken der Passanten, die Erholung der Mobilisten, die Haltung der Soldaten, die Lebensphilosophie der Vierbeiner? Fragen über Fragen - wir bleiben dran am Thema Nachbarschaft. Auch in Sachen Rechtschreibung, von wegen „Nachtbarschaft“ oder „Nachbar schafft …“
Aber unsere erste Printausgabe wird uns wohl weit fortführen im Geiste und per Mausklick, mindestens bis nach China, in die Hauptstadt Peking und in die Provinz Yunnan, vielleicht sogar bis nach Neuseeland.
Redaktion „@ufbruch“; Leitung: vhs