Individuelle und gemeinsame Facharbeiten im Seminarfach

Die letzten Gruppen des Abiturjahrgangs 2012 voll gefordert

Fächerübergreifend sollen sie  sein, vielschichtig und wissenschaftspropädeutisch zu bewältigen: die Facharbeiten im Seminarfach. Der Kurs „Moderne Medien“ hat seine Aufgaben erhalten, in einem anderen Kurs, der sich mit ethischen und sozialen Fragen unserer Zukunft beschäftigt, werden noch einige Aufgaben vergeben. Sechs Wochen währt die Frist, dann müssen die Werke gedruckt und gespeichert vorgelegt werden. Einen Facharbeiterbrief gibt es nicht, aber  Thema und Ergebnis werden im Reifezeugnis dokumentiert. Klar, dass Facharbeiter wie „Matzki“, Patrick und Yannick gespannt auf die soeben verteilten Aufgaben schauen.

In dem erwähnten Medienkurs geht es zum Beispiel um den Film "Die Truman Show“, Fragen des Datenschutzes  bei Facebook, einen Vergleich der Aufmachung von SZ und „Bild“, digitalen Bildbetrug, Castingshows, die Katastrophe von Tschernobyl  als Thema oder Anlass von Film und Literatur, die FSK-Kriterien, die Auswirkung von Killerspielen, das virtuelle Ich, Grenzen der Karikaturkritik  und das heikle Thema Kinderpornografie... Die meisten Akteure arbeiten individuell, aber es gibt auch Paare, die thematisch kooperieren und doch bestimmte Teile individuell formulieren. Die Materiallage dürfte sich sehr unterschiedlich darstellen, einige betreten Neuland, andere bewegen sich in der Nähe bereits beackerter Felder. Bei Google weiß man sicherlich, zu welchem Suchbegriff es andernorts bereits Haus-, Seminar-, Diplom- und Doktorarbeiten gibt. Bei Google weiß man auch, wo Lehrkräfte die Software bestellen können, durch die Textübereinstimmungen nachgewiesen werden können.

Aber Zitieren ist ja erlaubt, ja - es wird geradezu verlangt – nur korrekt muss es sein. Damit keine Abwege begangen werden, steht im Medienseminar vor der Schreiberei noch ein Blick auf den „Fall Althusmann“ auf dem Programm. Von der Wochenzeitung „Die Zeit“ publizierte Teile seiner Dissertation sollen den Schülerinnen und Schülern bewusst machen,  wo womöglich die Grenzen des Plagiats liegen oder eben nicht und welche Methoden zu empfehlen sind, damit keine Zweifel  an der Urheberschaft entstehen.  

Erstmals werden in diesem Schuljahr auch am Adolfinum Elemente einzelner Facharbeiten öffentlich vorgestellt – natürlich mit Medieneinsatz. Der Termin wird noch angekündigt. Als Jury darf das Publikum allerdings nicht fungieren – das Urteil bleibt Seminarfachleitungssache. Die sechs Wochen Recherche, Lektüre und Darstellung enden übrigens für die meisten, kurz bevor die Studienfahrten beginnen  –  eine motivierende Vorstellung?

Volkmar Heuer-Strathmann; Öffentlichkeitsarbeit