Schulqualitätsentwicklung konkret: Vertretungsstundenmaterial

Arbeitsgruppe legt erste Ergebnisse der Fachschaften vor

Vertretungsstunden sind in aller Munde.  Die bundesweit bekannte FAZ-Redakteurin Heike Schmoll hat mal zusammengezählt, was so durchschnittlich in Deutschland ausfällt in einem langen Schülerleben auf einem Gymnasium. Schon spricht man von einem verlorenen Jahr. Die Schaumburger Nachrichten aus Stadthagen haben im Kreisschülerrat nachgefragt und dort erfahren, dass Lehrkräfte, die in Vertretungsstunden nur Filme zeigen oder Anekdoten erzählen, nicht gerade als super Bringdienst gelten. Wie die Einstellung wirklich ist, wenn an einem Schultag mit acht Schulstunden in vier Fächern etwa im 8. Jahrgang eine Doppelstunde vertreten wird, lässt sich sicherlich, wenn man redlich bleiben will, kaum in einem Satz sagen. Unumstritten dürfte sein, dass Zeit verloren gehen kann.

Um ein solides Fundament für Vertretungsstunden zu haben, hat eine Arbeitsgruppe am Adolfinum im Rahmen des Schulentwicklungsprozesses  echte Aufbauarbeit geleistet.  Inzwischen liegen für verschiedene Fächer sorgfältig ausgearbeitete und systematisch gesammelte Materialien vor, mit denen auch fachfremd unterrichtet werden kann. Die Ordner sind noch nicht alle gefüllt, bieten aber schon einen schönen Anblick. Klappen kann das später zu evaluierende Konzept allerdings nur, wenn die Schülerinnen und Schüler die Chancen ergreifen, die  sich hier bieten – auch bei Lehrkräften, die nicht in der jeweiligen Klasse unterrichten. Vertretungskonzepte anderer Schulen, die mehr auf Allgemeinbildung und Tagespolitik setzen, zum Beispiel durch eine eigens erstellte Presseschau der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, wären womöglich zum Vergleich heranzuziehen. Der Stoff liegt schließlich auf der Straße, aber wer  macht sich an diese wunderbare Arbeit?

Volkmar Heuer-Strathmann; Öffentlichkeitsarbeit