Ein Korb Paradiesfrüchte als Dank und Zeichen der Wertschätzung


"MIP"-Aktion macht am Adolfinum  nicht allen den Mund wässrig

Ob der Dreizehnte als Datum gezielt gewählt war? Bei "Moms in Prayer" scheint ja alles geplant und jedes Wort wohlüberlegt, wie ein Blick in die Dokumente zeigt: "Bedenkt, dass eure Gaben nicht gerade vor Ferien, Wandertagen oder Wochenenden Sinn machen."

Nun hat es auch das Adolfinum erwischt. Ein Korb voller Früchte wurde abgegeben, versehen mit Worten des Dankes und der Anerkennung für das Kollegium. "Sie haben sich sehr bemüht..." Die Handreichung hatte Beachtung gefunden, die Worte sind klug gewählt. So müsste man schreiben können! Das muss eine Lust sein! Das Lesen ist auf alle Fälle eine ganz große Freude. Da legt man den Nietzsche-Text sofort aus der Hand, verflucht die Hegelsche Dialektik, freut sich, wenn ein Schüler den Kant wieder nicht kennt, und liest vor allem Goethes Teufelswerk "Faust" mit gleißenden Augen.   

Nach speziellen Vorlieben der Kollegen und Kolleginnen wird nicht gefragt laut Stretegiepapier. "Erkundigt euch in der Schule nach der Anzahl der Lehrer", heißt es bei "Mutter in Kontakt". Mitarbeiter sollen auch ihr Gutteil bekommen. Apfel geht immer. Eine Frucht vom Baum der Erkenntnis, wer wollte da an Attacken des Ungeistes denken? Gut gesättigt schläft die Vernunft länger. Bananen haben ihren Diskriminierungswert auch längst verloren.         

Frutarier allerdings, die  wären doch wohl eine weitere Strategieseite wert, wenn Fürsorge nicht auf Lunchpaketniveau nach Jugendherbergsart absinken soll. Wir wissen ja: "Strenge Frutarier pflücken keine Früchte von Bäumen und Sträuchern, weil es den Pflanzen wehtut. Nur Fallobst, also Früchte, das selber vom Baum gefallen sind, nehmen Frutarier zu sich, damit der Baum keine Schmerzen hat."

Wer so viel wagt wie die verwegenen Botschafterinn des Guten, schreckt auch vor grotesken Gedanken nicht zurück: "Wenn wir angeboten bekommen, Werbung für Moms in Prayer auf der Schulhomepage zu machen,  bedanken wir uns für das Angebot - aber lehnen mit dem Hinweis auf unsere Richtlinien ab."

Ob Kultusministerin Heiligenstadt von solchen Aktionen weiß? Und was sagt eigentlich das Oberverwaltungsgericht Lüneburg zu diesen Praktiken? Die VIPs bei  den MIPs, die denken einfach an alles, von wegen Homepage, Schülerzeitung usw.: "Wir würden anderen religiösen und weltanschaulichen Gruppierungen Tür und Tor in die Schule hinein öffnen." Ein paar Tüten Fledermäuse von Frohmacher HARIBO sind schon anonym angekündigt worden als Eskalationsdrohung am Adolfinum. 

Volkmar  Heuer-Strathmann