Deutschlands Erbe in Afrika - ein gerechter Umgang mit seiner ehemaligen Kolonie Namibia heute?

Kunstgegenstände, Werkzeuge, sogar sterbliche Überreste. Beispiele für Artefakte, die in deutschen Museen ausgestellt werden, aber eigentlich den Ureinwohnern Namibias, den Völkern Herero und Nama gehören. Dabei ist das Thema Kolonialzeit in Deutschland ziemlich in Vergessenheit geraten. Erst durch die Rückgabe einiger historischer Gegenstände an namibische Museen rückt die Thematik wieder etwas mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Doch handelt es sich hierbei nur um eine Dauerleihgabe, keine vollständige Rückgabe.

Mit dem historischen Kontext, dem Erbe und der Aufarbeitung des Völkermords an den Herero und Nama durch die Deutschen um 1904 beschäftigen sich vier kleine Gruppen aus 11. und 12. Klässler:innen, um herauszufinden, wie dem afrikanischen Land in Bezug auf die Geschehnisse gerechter begegnet werden kann. Die Schüler:innen haben schon erarbeitet, wie sich die mangelhafte Aufarbeitung ausdrückt.

So wurde das Thema fast 100 Jahre lang vernachlässigt, Versöhnungsabkommen lediglich zwischen den Regierungen beschlossen, ohne dass Betroffene miteinbezogen wurden, und Traumata nicht aufgearbeitet werden konnten. Bis heute gehören 70% von Namibia weißen Siedlern, die jedoch nur 6% der Bevölkerung darstellen und die 5%- prozentige Minderheit der überlebenden Ureinwohner muss in ärmlichen Verhältnissen in Reservaten leben.

Alle diese Themen werden mit verschiedenen digitalen Methoden bearbeitet. Beispielsweise erstellt die Gruppe der heutigen Aufarbeitung eine digitale Pinnwand, Padlet genannt, und eine andere nutzt das Programm Prezi, mit dem Präsentationen auf anschauliche Art und Weise gemacht werden. Auch ein Erklärvideo wird gedreht.

 Clara Kaiser