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Sommerkonzert am Adolfinum im Zeichen des Abschieds

Musikformationen begeistern mit unkonventionellem Programm

Schaurige Töne erklingen, die Luft vibriert, die Wände hallen – es ist Geisterstunde. Mit leichter Hand verwandelt das Orchester unter der Leitung von Agnes Bergmann-Thiel das Forum des Adolfinum in einen uralten Saal,  in dem die „Zombies from Outer Space“ (Richard Meyer) zu Tisch gehen. Sauberes Orchesterspiel, blutrünstige Musiker, entsetzliche Schreie  - der Bogen dieses Abends ist sehr weit gespannt, das Publikum wirkt begeistert.

Zuvor hatten bereits der Vorchor und der Projektchor, beide unter der Leitung und in Begleitung von Tobias Kästner, musikalische Wege ins Imaginäre gewiesen. Mit Hingabe sangen die Jüngsten von Wundern und Wunderlichem: „Wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir sehen.“ (Nena Kerner/Jürgen Dehmel). Die Fortgeschrittenen ließen etwa den guten alten Lennon-Titel „Imagine“  geschickt hinüberfließen in ein gutmütiges „Give Peace a Chance“.

Der Höhepunkt des Abends war sicherlich der Auftritt der Big Band, zum letzten Mal unter der Leitung von Udo Schatz. In nur vier Jahren hat er als Instrumentallehrer ein Ensemble geformt, das musikalisch sehr  sicher aufspielt und eine imposante Performance hinlegt.  Saxophonist Schatz, der auch als Entertainer mit Charme und Sachverstand zu gefallen weiß,  geizt selbst nicht mit musikalischen Goldstücken, die Bläserformationen brillieren, junge Solisten wie Vincent Steinmacher-Kuhn (Alt-Saxophon/Klarinette) blitzen plötzlich auf im Reigen der Instrumentalisten,  Gitarrist Matthias Greenslade und Bassist Mark Schulzik (Abitur 2011) spielen mit Rockattitüden, die Percussion (Yannick Schmiech u.a.)  scheint kaum zu bremsen. Ein fröhliches Fest wird gefeiert mit Titeln wie „Chameleon“ (Herbie Hancock) und „Mariposas“ (Kurt Klose), aber es ist eigentlich ein trauriges Abschiedsfest, auch mit Blick auf Abiturienten wie Julius Becker (Gesang) und Felix Grimpe (Klavier), die doch längst fort sind.

Michael Pavel würdigte als Schulleiter Schatz‘ große musikpädagogische Leistung und bedankte sich für das außergewöhnliche Engagement aller Akteure. Die  erste CD der Big Band mit Titeln wie „In the  Mood“ und „Caravan“ mag ein wenig darüber hinwegtrösten, dass das Adolfinum einen Schatz gehen lassen musste. Nachfolger Olaf Mengeling, der selbst bei den Bläsern mitwirkte, war sichtlich beeindruckt von seinem zukünftigen Wirkungskreis und von der Unterstützung durch den Ehemaligenverein der Adolfiner und den Förderverein des Adolfinum. Auch die Kollegen, die ohne die Lehrbefähigung im Fach Musik als Streicher wie Martin Rüther oder Sängerin wie Rebeca Cantera  mitwirkten, dürfte ermutigend wirken.                 

Volkmar Heuer-Strathmann; Öffentlichkeitsarbeit

 

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