„Gerechtigkeit - was für ein Projekt!“

Auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne lobt das Schaumburger Schulprojekt

Ein Gastbeitrag von Volkmar Heuer-Strathmann

STADTHAGEN. Das Schulprojekt „Gerechtigkeit“ ist mit einer gemeinsamen Veranstaltung in der St.-Martini-Kirche zu Ende gegangen, bei der auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) von Bischof Karl-Hinrich Manzke als Gast begrüßt werden konnte.

Illegale Müllentsorgung im Landkreis, Borkenkäferbefall auf dem Bückeberg und Stationen zur Verbesserung der E-Mobilität in Stadthagen – mit Schautafeln zu Themen wie diesen machten die Berufsbildenden Schulen Stadthagen (BBS) in der Kirche auf brisante Herausforderungen aufmerksam. Nachhaltigkeit ist das Leitwort.

Wie die Schule am Schlosspark und die beiden beteiligten Gymnasien aus Bückeburg und Stadthagen dürfen sich auch die BBS über ein großes Lob von höchster Stelle freuen. Kultusminister Tonne machte in einem Grußwort deutlich, wie wichtig solch eine Wertorientierung sei. Das Ringen um Gerechtigkeit gehöre unverzichtbar zur Demokratie. Die rechtsstaatlichen Mittel ebenso.

Bei den drei letzten Veranstaltungen in der Kirche wurden bereits Ergebnisse präsentiert, meistenteils live vor dem Altarraum. Von Schülerinnen und Schülern der Schule am Schlosspark gab es - außer einem Projektfilm – schöne Denkzettel zum Thema Handykultur – von der Produktion bis zur Langzeitnutzung. „Liegenlassen oder wegwerfen, das geht gar nicht“, war die Botschaft.

Ein Filmteam aus dem Adolfinum bot Eindrucksvolles aus dem weiten Spektrum von 52 Projektgruppen, etwa aus der Welt des modernen Sports, der wiederentdeckten Kolonialzeit und dem Feld der klugen Energiegewinnung. Über Extratermine wie die Veranstaltung mit Eike Höcker, der Landgerichtspräsidentin, über heikle Fälle der Rechtsprechung wird in Kürze auf der Homepage der Schule informiert.

Ratsgymnasiasten präsentierten die Ergebnisse von Befragungen zum Thema Seniorenleben. Der Pflegeroboter scheint demnach nicht das Allheilmittel zu sein, um so etwas wie Generationengerechtigkeit zu befördern. Der Abstand könnte sogar zunehmen. Zum Ausklang wurde von Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums getanzt und gesungen. Ein fröhliches Dutzend aus der Schule am Schlosspark war beteiligt. Die Musikerinnen von Gen Verde waren so mitreißend wie zuvor am Adolfinum, das war zu sehen und zu spüren.

Als Moderatorenpaar fungierten Christine und Karl-Hinrich Manzke. Im Gespräch mit Jan Fischer vom Diakonischen Werk erzählte die Iranerin Diana Karimi von ihrem beschwerlichen Weg im Jahr 2018 über die Türkei nach Deutschland. Noch drastischer wirkte aufgrund der Entwicklung seit dem 24. Februar 2022, was Diana Gordienko und Daniil Ponomarenko über ihre Flucht aus der Ukraine berichteten. Wie Geflüchteten Gerechtigkeit widerfahren kann, das war in der Woche mehrfach und aus unterschiedlichen Perspektiven Thema.

„Was für ein Projekt!“ Mit diesen Worten machte der Landtagsabgeordnete Karsten Becker (SPD) seine Bewunderung deutlich. Auch die CDU-Landtagsabgeordnete Colette Thiemann zeigte sich beindruckt. Bischof Karl-Hinrich Manzke resümiert, vorbehaltlich einer Evaluation an den vier Schulen: „Es ist gelungen, junge Menschen neu zu sensibilisieren für eine gerechtere Welt.“

 

Kultusminister Grant Hendrik Tonne in der St.-Martini-Kirche.

 

Diana Gordienko und Daniil Ponomarenko.

 
Text und Fotos: Volkmar Heuer-Strathmann
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