Der "Zivi" ging, der "BUFDI" kam nicht

 

Adolfinum benötigt Ganztagsbetreuer

Dagmar Günther ist frustriert. Die Hoffnung, nach dem letzten Zivildienstleistenden am Gymnasium Adolfinum nun mit einem ersten Freiwilligen alle Angebote im Ganztagsbereich bruchlos aufrecht erhalten zu können, hat sich zerschlagen. Der „BUFDI“ hat abgesagt. Der junge Mann hat sich für einen anderen Weg entschieden. Nun muss die Koordinatorin Ausschau halten nach geeignetem Ersatz. Die Kinder der Hausaufgabengruppe wollen natürlich nicht so lange warten.

Nicht wenige Schulen in Niedersachsen wussten die Mitwirkung von Zivildienstleistenden in den letzten Jahren zu schätzen. Doch die Voraussetzungen haben sich verändert, die Wehrpflicht ist außer Kraft gesetzt und mit ihr der zivile Ersatzdienst der jungen erwachsenen Männer. Das Gesetz zum Bundesfreiwilligendienst schafft durchaus attraktive Möglichkeiten. Die Arbeit soll dem Gemeinwohl dienen, der Einsatz dauert zwischen sechs und achtzehn Monaten, im begründeten Ausnahmefall sogar zwei Jahre. Als Adressaten kommen nicht nur junge Menschen in Betracht. Das „Taschengeld“ beträgt am Adolfinum bei einem Einsatz von 20 Stunden pro Woche 330 Euro, ohne Fahrtkosten, Verpflegungsaufwendungen und Sozialversicherungsbeiträge. Vertragspartner ist der Förderverein der Schule.

Neben der Hausaufgabenhilfe am frühen Nachmittag gehören Spielangebote, Bastelaktionen und die Bücherausleihe zu den Aufgaben. Die Schule, so Günther, sei für weitere Impulse und Initiativen offen. Man biete eine pädagogische Begleitung, etwa in Form von Seminaren. Mittelfristig sei nicht mehr die Außenstelle der Einsatzort, sondern das Hauptgebäude. Mit Dagmar Günther und Michael Pavel, dem neuen Schulleiter, hoffen vor allem Kinder aus den jüngeren Jahrgängen, dass die gefundenen Übergangslösungen bald überflüssig werden. Den Humor haben die Jüngsten nicht verloren: „Das muss man doch sehen, dass es Freude macht, mit uns zu arbeiten!“

Volkmar Heuer-Strathmann; Öffentlichkeitsarbeit